"Die Nahrung ist ein Liebesbrief, den uns der Schöpfer schreibt und den wir entziffern müssen."  (O.M. Aivanhov)

Ernährung

Ist der Mensch, was er isst oder ist er, wie er isst?

Die Ernährung nimmt in unserem Leben eine zentrale Stellung ein. In den letzten Jahrzehnten unterliegen Nahrungsangebot und Ernährungsweise einem rasanten Wandel in Richtung (Gen-)Technisierung und Fast food, entsprechend häufen sich die ernährungsbedingten Probleme. Nur 5 % des Getreides wird heute als Vollkorn verzehrt, zu Beginn des 19. Jahrhunderts lag die Zahl noch bei 90%.

Der Begründer der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, Prof. Ehrenfried Pfeiffer, und der Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, wiesen allerdings schon vor einhundert Jahren darauf hin, daß die Nahrungspflanzen nicht mehr die lebendigen Kräfte enthielten, welche die Menschenals Lebensgrundlage benötigten. So ließe sich auch erklären, dass vielen Menschen schon damals die Lebenskräfte fehlten, um theoretisches Wissen auch in die Praxis, in Handlungen, umzusetzen. Dieses Problem ist sicherlich immer noch nicht gelöst. Im Gegenteil in unserer Wissensgesellschaft werden die Lücken zwischen Theorie und Praxis wohl eher größer. Alles ein Mangel an Lebenskräften?

Zur Zeit gibt es eine verwirrende Vielfalt an oftmals widersprüchlichen Theorien zur "richtigen" Ernährung: Vegan muss es sein oder vegetarisch oder Vollkornkost, Makrobiotik, Rohkost-Ernährung, u.v.a.m. Im traditionellen Yoga ist von drei verschiedenen Nahrungsqualitäten die Rede: tamas (träge machend, wie z.B. Fleisch, Alkohol, Medikamente, Tiefkühlkost, zu viel essen), rajas (unruhig machend, z.B. Kaffee, Eier, weißer Zucker, zu hastiges Essen), sattva (ideal, wirkt klärend, friedvoll, z.B. Vollwert-Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse und Salate, Obst, Sauermilchprodukte).Bei fast allen westlichen  Ernährungsregeln geht es um die besten Vitamine, Mineralstoffe, Eiweisse etc. und um die Frage, wie man sich am besten die Gesundheit durch das Essen erhalten oder wie man am besten abnehmen kann.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse gehen in die Richtung, dass eine auf der sogenannten Vollwertkost basierende vegetarische Ernährung mit viel "Ballaststoffen" Vollkorngetreide und Gemüse für den Menschen am gesündesten ist. So wichtig die richtige Auswahl und die gute Qualität der Nahrungsstoffe auch sind, die vielfältigen Informationen und Ernährungstipps machen uns bisher nicht wesentlich gesünder. Im Gegenteil: Die Quote der körperlichen und psychischen Krankheiten, die auch mit der Frage der Ernährung zusammenhängen, nimmt trotz allen Wissens, trotz aller Aufklärung immer mehr zu: Essstörungen, Allergien, innere Krankheiten. Vor allem im Zusammenhang mit Krebs und seiner Prophylaxe wird die Ernährung häufig diskutiert.

Neueste vielversprechende psychoneuroimmunologische Forschungserbgebnisse zeigen an, dass der Zustand des Darms und seiner Bakterienflora entscheidend für die Verwertung der Nahrung ist und damit auch Einfluss auf die Psyche ausübt und umgekehrt. Psychische oder körperliche Traumata zum Beispiel beeinflussen relativ zügig auch den Darm. Nach Erkentnissen der orthomolekularen Medizin lassen sich Depressionen, Schlafstörungen, Unruhe- und Angstzustände, Erschöpfung und sogar auch Schizophrenie durch bestimmte Nahrungsstoffe, die zur Synthese der Neurotransmitter gebraucht werden, tiefgreifend beeinflussen.

Was uns aus übergeordnetem Blickwinkel gesehen heute beim Essen am meisten fehlt, ist das In-Beziehung-Treten mit dem Nahrungsmittel selbst. Es ist bedeutsam, ob wir beim Essen nur an uns selbst, an unsere Vorteile oder Gesundheit denken oder, ob wir uns mit Gedankeninhalten beschäftigen, die über unser eigenes Leben hinausreichen und die sich z.B. auf die größeren Kreisläufe von Natur, Kosmos und Sozialleben beziehen, in die wir eingeordnet sind. Hierdurch können die Lebenskräfte sogar relativ unabhängig von der Wahl des Nahrungsmittels in ihrer Qualität und Quantität verbessert werden, so beschreiben es verschiedene spirituelle Lehrer. Der Mensch selbst - und nicht das Nahrungsmittel, also die Materie - nimmt demnach die erste Stelle beim Essen ein.

Entsprechend lässt sich der häufig propagierte, noch mehr von Konsum und Passivität geprägte Satz `der Mensch ist, was er isst´, umformulieren in eine aktive, beziehungsorientierte Lebenseinstellung: `Der Mensch wird, wie er isst´. Eine von den körperlichen Bedürfnissen ausgehende nehmende Haltung  könnte beim Essen in eine von der Seele entspringende gebende Haltung, die nicht nur für den Einzelnen eine heilsame Wirkung hat, verwandelt werden. In diesem Sinne hat Essen eine heilkräftige seelische Dimension. So wird Essen zum Geben!

Um die Frage der Ernährung umfassend zu betrachten, kann man die höhere geistige Ordnung denkend und wahrnehmend ins eigene Leben einbeziehen. Schon beim Einkaufen ist die eigene Haltung entscheidend. Durch bewusste und konkrete Zuwendung zu den Nahrungsmitteln im gesamten Prozess des Anbaus, der Auswahl, der Zubereitung und der Aufnahme kann eine konsumierende in eine seelisch aktive gebende Haltung verwandelt werden. Diese nützt nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern kann auch die Umgebung fördern. O. M. Aivanhov fordert in seinem Buch "Yoga der Ernährung" dazu auf: "Denkt beim Essen daran, der Nahrung eure Liebe zu schenken, dann öffnet sie sich und gibt euch alle ihre Schätze."

Wie eine solche Haltung entwickelt werden kann, ist eine Frage, der wir in verschiedener Art gemeinsam nachgehen können.

Angebot

  • Individuelles Training
  • Krankheitsspezifische Ernährungsempfehlungen, speziell bei psychischen Erkrankungen
  • Körperorientierte Psychotherapie speziell für Essgestörte
  • Kochkurse
  • Seminare zur Anregung der Sinnestätigkeit und -freude
    Spezifische Seelenübungen zu den Nahrungsmitteln und Naturkreisläufen
 
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