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"Alles was wir tun, ist Kommunikation."  (Cole)


Kommunikation - verbal und nonverbal

Kommunizieren (lat. comminicare) bedeutet wörtlich übersetzt: gemeinschaftlich etwas tun, mitteilen. Kommunizieren basiert demnach auf einem Miteinander, das bis in die konkrete Ebene der Handlung reichen kann, bis zum Teilen und Tun.

"Denn ohne Kommunikation gibt es keine Individuation", behauptet der verstorbene Psychoanalytiker Fritz Riemann in seinem Buch "Die Fähigkeit zu lieben". Er führt aus, dass wir wohl immer etwas oder jemanden außer uns selbst suchen, wenn wir kommunizieren. Als Motor der Kommunikation vermutet er die Sehnsucht nach der Selbstfindung, die ohne einen anderen Menschen als Partner im Gespräch nicht zu erfüllen sei. Individuation ist hier zu verstehen als Weiterentwicklung zu einer reiferen Persönlichkeit, die auch der Lage ist, ihre egoistische Ich-Befangenheit zu vergessen.

Ein wertegeleitetes Ideal der Kommunikation lässt sich darauf aufbauend folgendermaßen formulieren:

Der Austausch zwischen Menschen - egal in welchem Beziehungsverhältnis sie zueinander stehen, ob die Verbindung privater oder beruflicher Natur ist -  birgt entwicklungsfördernde Chancen. Kommunikation kann etwas Neues (neue Ideen und Erkenntisse, neue Beziehungen etc.), das über das bislang Erreichte hinausweist, erschaffen und damit die Entwicklung der Beteiligten vorantreiben. Man kann davon ausgehen, dass zwischenmenschliche Begegnungen heilsames Potential in sich tragen. Nicht nur die unmittelbar Beteiligten sondern auch weitere Kreise können davon profitieren.

Wie kommt es dann, dass so viele Menschen unter manchen Gesprächspartnern richtiggehend leiden und sich nach bestimmten Gesprächen viel eher erniedrigt, gekränkt, gemobbt, geängstigt etc. fühlen., als dass sie sich in ihren Möglichkeiten erfrischt, ermuntert, gekräftigt fühlen? Wie kann es überhaupt gelingen, einen anderen Menschen und sich selbst in einem Gespräch so zu fördern, dass Beide etwas Neues erfahren, dass Beide aneinander wachsen und eventuell auch als etwas tugendhaftere, z.B. liebevollere oder friedlichere Menschen aus einem Gespräch herausgehen? Welche Ziele setzen Sie sich für ein Gesprächsthema und für die am Gespräch beteiligten Menschen? Kämpfen Sie um einen Erfolg in der Sache, wollen Sie sich durchsetzen oder haben Sie das Ziel, immer auch den Menschen, mit dem Sie sprechen als Individuum im Blick zu haben? Wie bewusst nehmen Sie sich selbst und das Gegenüber als Kommunizierende wahr, wie bewußt sind Sie sich Ihrer eigenen Ausstrahlung, Ihrer Worte und Ihrer tatsächlichen Gesprächsabsichten? Ist es möglich, dass im Gespräch sogar noch für ein über die Beteiligten hinausreichendes, umfassenderes Wachstum gesorgt wird?

Auf diesen u.ä. Fragen baut ein spirituell erweitertes Kommunikationskonzept auf, das nicht nur an Techniken der Gesprächsführung ansetzt. Hilfreich ist eine Differenzierung der Bewußtseinskräfte, das Erarbeiten von Zielkonzepten sowie das Herausbilden von Tugenden im Alltag im Sinne des folgenden Mantras: "Achte auf stets auf Deine Gedanken, sie werden zu Worten. Achte stets auf Deine Worte, sie werden zu Handlungen. Achte stets auf Deine Handlungen, sie werden zu Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten....Sie werden Dein Schicksal." (diverse spirituelle Quellen)

Bewußtes und Unbewußtes

Was wir bewusst aussprechen oder ausstrahlen, läßt sich als Spitze eines Eisbergs beschreiben. Je nach Situation macht das bewusste Kommunizieren maximal ein Viertel der Gesamtinformation aus. Zu derart erstaunlichen Werten kommen Kommunikationsexperten, wenn sie zusätzlich zur Sprache die verschiedenen Handlungen und Gesten berücksichtigen, durch die ein Mensch etwas ausdrücken kann.

Vielfach sind sowohl die Worte als auch die mentalen und emotionalen Haltungen sowie die körperlichen Reaktionsmuster, die die Kommunikation bestimmen,so festgefahren und unbewusst, dass man sie im wahrsten Sinne des Sprichwortes sogar als eingefleischt bezeichnen kann. Dass sich auf diesem Wege auch gewisse Konflikte und  Gesprächsabläufe wie mechanisiert wiederholen können, ist leicht vorstellbar.

Jeder Tag und jede Begegnung bietet im Bereich der Kommunikation vielfältige neue Möglichkeiten und ein Lernfeld für die Gestaltung und Verbesserung der zwischenmenschlichen Beziehungen. Das betrifft die sprachlichen wie auch die nonverbalen kommunikativen Kompetenzen.

Zur Körpersprache

Im Berufsleben gehören die kommunikativen Kompetenzen schon lange zu den sogenannten Schlüsselqualifikationen. Hier geht es um Training für Gesprächsführung aber auch um Körpersprache. In Ratgebern für Bewerbungsstrategien oder Aufstiegsplanung für Führungskräfte zum Beispiel darf ein Kapitel über Blickverhalten und Körperhaltung nicht mehr fehlen. Für das Training der Körpersprache werden dabei häufig einfache Checklisten eingesetzt, die schlagwortartige Interpretationen liefern.

Allerdings sind die Bedeutungen der Körpersprache so vielfältig, kulturell und individuell unterschiedlich, dass pauschale Aussagen aus körperpsychotherapeutischer Sicht unmöglich sind. Interpretationen sollten möglichst persönlich und nicht schematisch getroffen werden. Gesten und Bewegungen im Kontakt mit anderen Menschen sind auf jeden Fall Transportmittel für die Form der Beziehung.

Das Feld des nonverbalen Ausdrucks ist sehr groß, es gibt viele Nuancen, die man zunächst einmal aufmerksam und möglichst unvoreingenommen betrachten lernen sollte, bevor man anfängt, das Gegenüber oder sich selbst zu beurteilen. Die Körper-Checklisten fördern leider eher das Schubladen-Denken und eine falsche Selbst- und Fremdeinschätzung und tragen so zur Verunsicherung bei. Verschränkte Arme werden in einem Bewerbungsratgeber z.B. je nach Geschlecht unterschiedlich eingeordnet. Bei Männern soll diese Geste auf Ablehnung und Verschlossenheit hinweisen, bei Frauen auf Selbstschutz und Angst. Hier werden also enge psychische Zuordnungen geschaffen, die dem einzelnen Menschen in dieser spezifischen Situation kaum gerecht werden. Der Mann oder die Frau kann auch einfach kalte Hände haben, ein Bedürfnis nach Wärme ausdrücken, Halt suchen, oder sich brüsten und eine Überlegenheit zum Ausdruck bringen. Diese Wahrnehmungen lassen sich mit ein bisschen Zeit und Interesse in Erfahrung bringen.

Über Bewegungs- und Kontakterfahrungen entwickelt sich zu Lebensbeginn die menschliche Persönlichkeit. Bewegung und die nonverbale Kommunikation mit der Umwelt sind die primären Fähigkeiten. Ein Kind lernt erst laufen, bevor es zu sprechen beginnt. Auch in späteren Lebensphasen sind Entwicklungsprozesse mit innerer oder äußerer Bewegung gekoppelt. Die Bewegungsvorgänge lassen sich in Polaritäten einteilen z.B. fließend und gebunden, rund und eckig, schnell und langsam, und viele andere mehr.

Bewegungsanalysen geben Aufschluss über die persönlichen Kapazitäten. Häufig stehen dem Einzelnen nicht beide Varianten zur Verfügung, es werden einseitige Pole bevorzugt. Der vernachlässigte Bewegungs-Pol lässt sich trainieren, so wie ein Rechtshänder auch mit links schreiben lernen kann. Hierbei werden auch psychische Umstrukturierungsprozesse angeregt, die man unausgesprochen und in Ruhe vor sich gehen lassen kann. Durch die Veränderung einer Körperhaltung bekommt das Gehirn ein anderes Signal. Als Folge davon ändern sich Gedanken und Gefühle. Das kann jeder an sich selbst erfahren: Wenn man nur allein den Kopf aus einer gesenkten in eine gehobene Position bringt, fühlt man schon anders und wirkt auch anders! Größere Bewegungsspielräume ergeben im Alltag ein größeres Reaktionsspektrum, somit erfährt die Kreativität eine Anregung.

Wenn man mehr Wahlmöglichkeiten hat, kann man sich entscheiden, ob man im Falle einer Auseinandersetzung mit Kollegen z.B. eher flexibel oder lieber standfest-beharrlich auftritt. Wahlmöglichkeiten geben mehr Freiraum immer besser als Einseitigkeit.

  • Therapie - Im therapeutischen Setting geht es zum Einen um die persönliche Geschichte, die hinter der sprachlichen oder körperlichen Mitteilung liegt. Es ist hilfreich, wenn die eigenen Muster bewusst werden und neue Ziele erarbeitet werden.
  • Coaching, Kommunikationstraining, Supervision - Bewusste Gestaltung von Beziehungen. Bewusstseinsübungen dienen zum Beispiel zur Verbesserung der Urteilsbildung, des Einfühlungsvermögens, der Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie des Differenzierungsvermögens. Hinzukommen kann methodisches Training verschiedener Elemente mit Hilfe von Bewegungsübungen sowie ausdrucksorientierten Aufgaben zur Förderung der Authentizität.
  • Kommunikation kann auch in Bewegung geshcehen und verstanden werden.

 

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