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"Alles in unserem Leben gestaltet und formt sich entsprechend unserem Ideal."  (O. M. Aivanhov)


Entfaltung der Lotusbüten

Bedeutung der sieben Chakren für die menschliche Reifung

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Artikel von K. Löwenstein aus "Wohlfühlen & Gesund Leben" zu den Chakren

Kopf KniestellungUnaufhörlich schreitet das menschliche Leben voran und zwar in rhythmisch gegliederten Siebenjahresschritten. Innerhalb von sieben Jahren erneuern sich alle Zellen des Körpers mindestens einmal, währenddessen wandelt sich auch die seelisch-geistige Haltung und Ausstrahlung der Persönlichkeit. So wie eine Pflanze unweigerlich vom Samen aus den Keimling und danach in geordneter Folge Wurzeln, Sprosse, Blätter, Knospen und Blüten entfaltet, um Früchte und Samen zu bilden, so werden beim Menschen mehr oder weniger unbewusst im Laufe von siebenjährigen Entwicklungsphasen nacheinander sieben verschiedene Chakren (die Chakren werden auch Lotusblüten genannt) angelegt, die mit der Charakterbildung zusammenhängen.

Indische Yogalehrer empfehlen, dass sich der Mensch in seiner Entwicklung an der Lotuspflanze ein Vorbild nehmen sollte. Makellos sauber entfaltet diese ihre durch Wachskristallschichten geschützten Blätter über dem Schlamm von Seen. Die Blütenstängel ragen cirka einen Meter aus dem Wasser empor. Die großen rosaweißen Blüten öffnen sich Richtung Sonne. Die Pflanze zeigt in einem meditativen Sinnbild, wie sich das Bewusstsein des Menschen losgelöst von weltlichen Verhaftungen aufstrebend, sich immer weiter öffnend, der Weite und dem Licht zuwenden kann. Bald bildet die blühende Lotuspflanze auch Früchte aus, die die Hingabe des Samens an die Erde und das Sterben anderer Pflanzenteile mit sich bringen. Beim Menschen findet dieses Wachsen und Fruchten in doppelter Weise statt. Zum einen unterliegt der Körper den Naturgesetzen, zum anderen reift eine zweite, eine Art seelische Pflanze auch dann noch, wenn die körperlichen Kräfte altersbedingt schon wieder nachlassen.

Das spirituelle Menschenbild sieht den Menschen aus vier Gliedern zusammengesetzt: Wie ein Keim lebt im Innersten das Ich oder der im Ewigen beheimatete Seelenkern. Dieser drückt sich durch das Seele, zu der auch das Bewusstsein und die sogenannte Psyche gehört, und durch die Lebenskräfte aus. Der physisch sichtbare Körper bildet wie ein Kleid eine äußere Hülle, die vergänglich ist. An den Nervenknoten oder Drüsen des Körpers werden die Chakren (Lotusblüten) lokalisiert, die für unsere Augen unsichtbar sind.

Kopf KniestellungDie ersten Chakren werden schon in der Kindheit und Jugend angelegt: An Nervenknoten im Bauchraum bildet sich in den ersten sieben Jahren das Wurzel-, dann das Bauch- und in der Pubertät das Sonnengeflechtschakra. Es geht in diesen drei Jahrsiebten um den elementaren Aufbau des Lebens vergleichbar dem Ausbilden von Wurzeln, Sprossen und Blättern: Zunächst prägen sich die physische Gestalt und eine willensorientierte Grundkraft aus, dann gedeiht zwischen sieben und vierzehn Jahren die eigenständige Empfindungsfähigkeit. Die Zeit von 14 bis 21 ist einerseits gekennzeichnet durch körperliche Vitalitat, Dynamik und Expansionsdrang andererseits auch durch unabhängigeres Denken. Zwischen 21 und 28 Jahren erfolgt die Ausbildung einer introvertierten Mitte, des Herz-Chakras, und damit reifen Tugendkräfte und soziales Bewusstsein. Der Übergang zwischen viertem und fünftem Lebensjahrsiebt ist oft ein kritischer Abschnitt, der einen Neuanfang im Bewusstsein verbunden mit dem Aufgeben verschiedener Gewohnheiten und Sicherheiten bewerkt. Bis zum 35. Lebensjahr werden wir zu mehr Eigenaktionen, Mut und größeren Taten herausgefordert. Ebenso bildet sich mit dem Kehlkopfchakra eine sensiblere Wahrnehmung heran. Danach kommt das Kraftzentrum des Bewusstseins, das Stirnchakra in Schwingung. Die an Hals und Kopf liegenden drei Chakren dienen den mentalen und psychischen Kräften. Das Herausbilden körperfreierer Ebenen des Bewusstseins im sechsten Lebensjahrsiebt erscheint als seelischer Höhepunkt, das Parallelen zum Blühen der Lotuspflanze zeigt.

Der Reifeschritt der Fruchtbildung in der Seele, der eine vollständige innere Freiheit ermöglicht, steht für die folgenden Lebensjahre, insbesondere für die Zeit von 42 bis 49 an. In der spirituellen Literatur wird eine neue Dimension der Hingabe beschrieben: Genau wie die Frucht der Pflanze die eigentliche Gabe ist, so ist der Mensch, der sich ganz der Liebe zum Ewigen hingibt, das Geschenk für Andere. Der Mensch muss sich gleich einem Sterbeprozess ablösen von allen alten Mustern, um ein neues Selbst zu entwickeln. Dieses Selbst, das frei von der Welt ist, war in den bisherigen Jahren verborgen, fast verschüttet unter den Anstrengungen des äußeren Lebens.

Ab dem 49. Lebensjahr werden bisher zur Fortpflanzung reservierte Lebenskräfte immer stärker freigesetzt, so dass sie nun voll und ganz der inneren Reifung zur Verfügung stehen können. In dieser Zeit tauchen besondere Gefahren der Entwicklung auf: das Festhalten-Wollen an früheren Jugendkräften, die Rückkehr zu alten Gedankengängen und überholten Gefühlseindrücken, so dass der Körper und das psychische Leben in falscher Weise in den Vordergrund geraten. Unaufhörlich voranschreiten sollte hingegen die innere Vertiefung. Damit sind auch Weisheit und Lebenssinn verbunden.

Kopf KniestellungDas eigene Selbst zum Keimen, Sprießen, Wachsen und zur Frucht der Hingabe zu bringen ist, das ist das Ziel im Yoga. So verstanden ist Yoga nicht nur eine Übungsform, vielmehr kann er entwicklungsfördernd wirken. Die Körperhaltungen des Hatha-Yoga lassen sich in eine siebenstufige Folge gliedern, die Parallelen zu den Altersstufen zeigt. Der sogenannte „Neue Yogawille“ beschreibt für die Asanas (Körperübungen) bestimmte körperliche, energetische und seelische Dimensionen mit präzisen Entwicklungsaufgaben und ordnet diese den Chakren zu. Natürlich lässt sich Hingabe auch während der Übungen „trainieren“, ganz besonders eignen sich hierfür die im Yoga spezifischen Rückwärtsbeugen, bei den die Wirbelsäule im weiten Bogen nach hinten bewegt wird. Das Erleben von Weite, Loslassen körperlicher Spannungen, Offenheit bei gleichzeitiger Stabilität sind grundlegend.

Dabei entsteht nicht, wie in den meisten anderen traditionell orientierten Yogarichtungen ein Aufgehen in den Erfahrungen der kosmischen Einheiten mit ihrer schweigenden Ruhe, sondern ein reifes menschennahes Bewusstsein, das sich in seinen Aktivitäten und Kräften an den geistigen Gesetzmäßigkeiten orientiert. Durch Hinwendung zu spiritueller Literatur sowie Auseinandersetzung mit dem eigenen Charakter, durch gezielte Gedankenbildung und auch durch rhythmische Übungsaktivität gelangen die Chakren zur bewussten Entfaltung.

Fotos von Lotusblüten aus dem Botanischen Garten in Bonn.

 

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