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"Atem ist ein energetischer Kern, dessen Einfluss in alle Gebiete des
menschlichen Lebens hineinreicht."  (Ilse Middendorf)


Freie Atemübung

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Im Yoga spielt der Atem eine spezielle Rolle. Traditionell wird neben der gelenkten Atmung während der Körperübungen mit der sogenannten Pranayama-Atmung eine bewusste Sammlung und Ausdehnung des sogenannten Prana (Lebensenergie) trainiert. In tiefer Konzentration werden Ein- und Ausatmen sowie Atempausen bewußt verlängert. Die Übungen sind intensiv und tiefgreifend in ihrer Wirkung. Sie werden von indischen Spezialisten auch zur Therapie von Krankheiten angewendet.

Der FischAllerdings können mit diesen Pranayama-Techniken bei dauerhafter Praxis auch psychische und energetische Schwächungen einhergehen. Um diese Gefahren auszuschliessen, sollten Yoga-Übende ihre seelischen und energetischen Kräfte sinnvoll in bewusster Lebensgestaltung und -führung und in der Beziehung zu Mitmenschen nutzen können, bevor sie sich an solch intensive yogische Atem-Praktiken wagen.

Eine Atemübung, die diese Beziehungsbildung zur äußeren Welt  - und dazu gehört auch die Beziehung zum eigenen Körper - günstiger beeinflusst ist die sogenannte Freie Atemübung während der Yoga-Praxis. Der Atem wird hierbei indirekt über den Weg der klassischen und einiger neu entwickelter Körperhaltungen des Yoga geschult. Er wird bewusst wahrgenommen, sowie in seiner Eigendynamik, Tiefe, Intensität und seinem Rhythmus natürlich zugelassen.

Der Wille soll dabei möglichst wenig in die Atemführung eingreifen. Dadurch entsteht mehr Ruhe und Gelöstheit. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Denken, das gar nicht primär auf das freie Atmen ausgerichtet ist. Vielmehr wird es anderen die Bewegung betreffenden Inhalten oder der reinen Beobachtung zugewendet, was im Nachhinein dazu führt, dass der Atem sich freier bewegt. Je freier die Atmung wird, desto besser gleicht sie sich den jeweiligen Lebensbedingungen an.

Die Freie Atemübung wirkt harmonisierend und kann von jedem Menschen gefahrlos praktiziert werden. Sie führt zu einer klaren Unterscheidung von Körper und Bewusstsein. Trotzdem sollten psychisch Erkrankte an Atemmustern am besten nur in Begleitung von erfahrenen Therapeuten arbeiten.

 

Kerstin Löwenstein

 Zertifikat der Zentralen Prüfstelle Prävention Kerstin Löwenstein

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