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"Seltsam im Nebel zu wandern, einsam ist jeder Busch und Stein. Kein Baum sieht den andern, jeder ist allein." (H. Hesse)


Depressionen und Trauer

Unter Depression kann sich jeder Mensch etwas vorstellen: gedrückte Stimmung, Niedergeschlagenheit, Mutlosigkeit. Dennoch wissen viele nicht, was mit depression in klinischen Sinne gemeint ist. Sie ist kein alltägliches Stimmungstief, keine kurze Phase der Traurigkeit sondern eine ernste Erkrankung, die das seelische und körperliche Befinden stark beeinträchtigt. Mit dem Wort "depressiv" kann Verschiedenes bezeichnet werden: Eine adäquate Reaktion auf einen schmerzlichen Verlust, eine Konfliktreaktion, und eine Neurose, eine Persönlichkeitsstruktur oder eine affektive Psychose.

An dieser Stelle geht es um die akute Trauer, die reaktive Depression und die depressive Neurose. Informationen zu depressiven Persönlichkeitsstörungen und affektiven (depressiv gefärbten) Psychosen finden Sie auf dieser Homepage unter den entsprechenden Menüpunkten links.

Akute Trauer

Beim Erleben eines schweren Verlustes, wie dem Verlust eines nahestehenden Menschen durch Tod, folgt oft ein psychisch schmerzhafter Vorgang der Ablösung. Akute Trauer kann mit körperlichen Beschwerden und vegetativen Störungen einher gehen, insbesondere mit Kraftlosigkeit, Erschöpfung, Magen-Darm-Störungen. Psychisch reagiert ein trauernder Mensch oft mit Abgrenzung oder Gereiztheit, wohinter sich die eigenen Gefühle verbergen.

Nicht selten wird versucht, Trauer abzuwehren. Aber nur das Wahrnehmen des Verlustes und des Schmerzes, das Akzeptieren des Verlassenseins können zur Bewältigung und zur Neuorientierung führen.

Verläuft die Trauerphase über Monate und Jahre hinweg, dann spricht man von einer krankhaften Trauerreaktion. Es treten Versteinerung und Abkapselung, Passivität und Interesselosigkeit ein, zum Teil Verbitterung und Aggressionshaltung der Umwelt gegenüber. Gleichzeitig können erhebliche funktionelle vegetative Störungen auftreten, die auch von hypochondrischen Befürchtungen begleitet sein können.

Wie das Sterben eines Nahestehenden verarbeitet wird, hängt sowohl mit dem eigenen Welt- und Menschenbild als auch mit der Art der Beziehung, die im Leben bestand, zusammen.  Wichtig ist die Frage:

Trauert man tatsächlich um den Verstorbenen oder trauert man um sich selbst, um seinen eigenen Verlust?

Reaktive Depression

Häufig liegen depressiven Reaktionen sich wiederholende oder tiefgreifende Kränkungen und Selbstwertkrisen zugrunde. Obwohl eine Depression nicht immer gleich verläuft und nicht in jedem Fall alle Symptome und diese auch nicht in vergleichbarer Intensität auftreten, gibt es aber Gemeinsamkeiten des Erscheinungsbildes:

  • Niedergeschlagenheit,
  • Erschöpfung,
  • Selbstwertmangel,
  • Schuldgefühle und Pessimismus,
  • Antriebslosigkeit oder Agitiertheit,
  • Konzentrationsmangel,
  • sozialer Rückzug,
  • Gefühllosigkeit oder quälende Gefühle von Traurigkeit,
  • Verzweiflung,
  • Mißtrauen, die aber nicht unbedingt Ausdruck finden,
  • Schlafstörungen,
  • Suchtgefährdung,
  • Autoaggression,
  • Suicidgefährdung sowie körperliche Beschwerden wie Kopfdruck,
  • Kloß im Hals,
  • Enge auf der Brust,
  • Appetitlosigkeit.

Einschneidende Veränderungen der Lebensverhältnisse, Verlust des gewohnten Lebensraumes und der vertrauten Atmosphäre z. B. nach Emigration, Umzug, Pensionierung können zu depressiven Reaktionen führen. Der Betroffene ist über Zugefügtes oder Verlorenes in einfühlbarer Weise traurig, jedoch besonders stark und lange bedrückt, was auf tiefer liegende Konflikte und angestaute Verletzungen zurückzuführen ist.

Entscheidend ist nicht das äußere Ereignis selbst, sondern die individuelle Verarbeitung dieser Veränderung.

Depressive Neurose

Der Übergang zwischen reaktiven Depression. und depressiver Neurose kann fließend sein. Diese Form der Depression ist meist nicht auf einen bestimmbaren aktuellen Konflikt zurückzuführen, sondern auf eine weiter zurück liegende unbewusste oder  anhaltende Konfliktkonstellation oder eine Anhäufgung von Kränkungen. So kann ein Mangel an Geborgenheitsgefühl schon früh das Erleben geprägt haben. Im Laufe des Lebens wiederholen sich dann ernsthafte depressive Verstimmungszustände.

 

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